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Desinfektion

Unter Desinfektion versteht man das Abtöten oder Inaktivieren von Krankheitserregern zur Vermeidung von Infektionen bei Menschen. Je nach Einsatzort werden verschiedene Desinfektionsmittel, beispielsweise Händedesinfektionsmittel, Flächendesinfektionsmittel oder Instrumentendesinfektionsmittel eingesetzt.

Bei einer Reinigung wird die Anzahl der Keime um 10 bis 90 Prozent reduziert, bei einer Desinfektion werden 99,999 Prozent der Keime abgetötet. Unterschieden wird des Weiteren zwischen Desinfektion und Sterilisation: Bei einer Desinfektion muss eine Keimreduktion um einen Faktor von mindestens 10−5 erfolgen, bei einer Sterilisation mindestens um den Faktor 10−6.

Wirkstoffe

Zur Desinfektion werden unterschiedliche Wirkstoffe eingesetzt, die gegenüber Bakterien, Sporen, Pilzen und Viren unterschiedlich wirksam sind. Alle Stoffe, die als Oxidationsmittel Sauerstoff abspalten, sind bakterizid und wirken sowohl gegen behüllte als auch unbehüllte Viren. Gegen Pilze, Sporen und Tuberkuloseerreger sind sie jedoch nur teilweise und in begrenztem Umfang wirksam.

Wasserstoffperoxid eignet sich zur Hautdesinfektion und wird in meist 30-prozentiger Konzentration in Medizin, Pharmazie und in der Lebensmittelherstellung zur Sterilisation von Instrumenten und Behältern eingesetzt. Ein weiterer Einsatzzweck ist die Dekontamination von Räumen und raumlufttechnischen Anlagen durch Begasung mit H2O2. Diese Form der Dekontamination stellt eine wirksame Alternative zum Einsatz von Formaldehydgas dar.

Wirkstoff Bakterien Sporen Pilze Viren Anwendung
Peressigsäure bakterizid sporozid fungizid viruzid Oberflächen, Instrumente
Chlordioxid bakterizid schnell sporozid fungizid viruzid Oberflächen, Instrumente, Wasser
Wasserstoff­peroxid bakterizid langsam sporozid fungizid viruzid Oberflächen, Instrumente, Wasser, Haut, Schleimhaut
Natriumhypo­chlorit bakterizid sporozid fungizid viruzid Oberflächen, Instrumente, Wasser
Chlor; Ozon bakterizid langsam sporozid fungizid viruzid Wasser, Instrumente; Ozon für Fahrzeuge
Chloramin T bakterizid sporozid fungizid viruzid Oberflächen, Wasser, Instrumente, Haut, Schleimhaut
Iod bakterizid langsam sporozid fungizid viruzid Haut, Schleimhaut
Aldehyde bakterizid sporozid fungizid viruzid Raum-, Geräte- und Flächendesinfektion
Ethylenoxid bakterizid wirkungs­los fungizid viruzid Oberflächen, Instrumente, thermolabile Arzneimittel, Lebensmitte
Alkohole bakterizid wirkungs­los fungizid teilweise viruzid Haut, Schleimhaut, Oberflächen, Instrumente
Phenole (Chlorxylenol, Triclosan) bakterizid / bakterio­statisch wirkungs­los fungizid viruzid (variabel) Haut, Schleimhaut, Oberflächen, Instrumente
Stickstoff­verbindungen (z. B. quartäres Ammonium) bakterizid (eingeschränkt bei Gram-negativen) wirkungs­los fungi­statisch viruzid Haut, Schleimhaut
Detergenzien bakterizid (variabel) wirkungs­los fungi­statisch wirkungslos Haut, Schleimhaut
Chlorhexidin bakterio­statisch wirkungs­los fungi­statisch virustatisch Haut, Schleimhaut

Wirkungsweise von Desinfektionsmitteln

Bei richtiger Anwendung zerstören chemische Desinfektionsmittel die Keimstruktur von innen: Die Wirkstoffe gelangen in das Zellinnere und zerstören die Zellwände der Krankheitserreger. Damit gefährliche Erreger nicht wegen unsachgemäßer Vorgehensweise und mangelnder Kenntnisse in der Desinfektion weiterverbreitet werden, ist es wichtig, Desinfektionsmittel professionell und strategisch zu verwenden. Unsachgemäße Anwendung kann zu Toleranzen führen, insbesondere wenn Wirkstoffkonzentrationen über lange Zeiträume in zu geringer Dosierung angewendet werden.

Dekontamination als Serviceleistung

ENVAIR Deutschland führt die mikrobiologische Dekontamination von Reinräumen, Isolatoren und Sicherheitswerkbänken mit modernsten H2O2-Generatoren oder Formalin-Geräten durch.

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