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Isolatoren

Isolatoren dienen sowohl dem Personen- als auch dem Produktschutz: Ein Isolator, auch Handschuhkasten oder Glovebox genannt, kommt beim Umgang mit toxischen Substanzen, bei der Herstellung chemischer Mischungen und zum Schutz reiner Stoffe zum Einsatz. Der Isolator ist gegenüber dem umgebenden Arbeitsraum hermetisch und gasdicht abgeschlossen. Die Arbeiten im Innern des Behälters werden mit Gummi- oder Kunststoffhandschuhen durchgeführt, die in den Kasten hineinreichen. Innerhalb des Behälters kann eine definierte Atmosphäre zur Bearbeitung empfindlicher oder gefährlicher Stoffe erzeugt werden.

Funktionsweise

Um Anwender und Gefahrstoffe sicher voneinander abzugrenzen, ist das Isolatorsystem komplett geschlossen. Der Materialtransfer erfolgt über Schleusen und Medienanschlüsse. In Ergänzung dazu gibt die Möglichkeit die Folgen von Leckagen mit Überdruck oder Unterdruck zu minimieren: 

Bei Arbeiten mit radioaktiven, krebserzeugenden, mutagenen oder reproduktionstoxischen Stoffe herrscht im Isolator ein geringer Überdruck von etwa +80 Pa bis +100 Pa. So können im Fall eines Lecks keine gefährlichen Stoffe austreten. Nicht verwendete Handschuhe wölben sich nach außen. 

Zur sterilen Herstellung von Stoffen wird im Innern der Glovebox ein geringer Unterdruck von etwa -80 Pa bis -120 Pa erzeugt. Im Fall eines Lecks kann keine Raumluft einströmen. 

Einsatzbereiche und Atmosphäre

Die Anwendungsgebiete von Isolatoren reichen von der Forschung und Entwicklung in Medizin, Biologie und Nukleartechnik bis zur industriellen Fertigung. Isolatoren werden beispielsweise für die Herstellung und Verarbeitung von Zytostatika, Virustatika und Steriltests, aber auch für die Halogen- und Xenonlampenproduktion, die Lithium-Batterieerzeugung und die Halbleiterherstellung eingesetzt. Weitere Bereiche sind spezielle Schweißtechniken sowie der Einsatz in kerntechnischen Anlagen, in denen radioaktive Stoffe bearbeitet werden müssen.

Je nach Anwendungsbereich besteht die Atmosphäre im Innern des Isolators aus Luft oder Inertgas: Für biologische, medizinische Anwendungen oder nukleartechnologische Bereiche befindet sich im Innern des Isolators speziell gefilterte Luft. Für die Verarbeitung von sauerstoff- oder feuchteempfindlicher Stoffe, für die Herstellung von Batterien, Halogenlampen und für spezielle Metallpulver-Verarbeitungen besteht die Atmosphäre im Innern aus Inertgas, beispielsweise aus Argon, Stickstoff oder Helium. Diese Isolatoren werden als Inertgasanlagen und arbeiten meist in Verbindung mit Gasreinigungssystemen.